Zur Registratur

 

 

Die Inquisition

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: 0236

 

Ein Zeit-Bericht über die furchtbaren, grausamen und menschenverachtenden Verbrechen

der katholischen Kirche,

erarbeitet von Susanne Stammhaus, Petra Schepanski und Robert Bauer

 

 

Vor 5500 Monden gab es ein 'Paratisooistisches Reich der Göttin Nyx' im alten Ägypten. Dieses Reich war frei von Hemmungen, frei von Komplexen und frei von irgendwelchen Kirchen oder kirchenähnlichen Institutionen.

Es war eine Zeit, wo die Menschen noch Werte hatten und auch charakterlich noch sehr viel taugten. Aber, eigentlich kein Wunder, denn es war niemand da, der den Menschen mit Fantasiegeschichten ein schlechtes Gewissen einreden konnte. An eine Zeit des Kreuzes, dachte zu diesem Zeitpunkt noch kein einziger Mensch. Auch glaubte zu dieser Zeit niemand, dass es einmal eine verbrecherische, bestialische und grausame Zeit geben würde, die dann auch noch zum Hohn aller Menschen als „die Zeit des Kreuzes" in die Geschichte eingehen wird.


Im übrigen leben die Menschen heute, also gegenwärtig, noch immer in der "Zeit des Kreuzes".


Aber, für dieses geschichtliche Thema brauchen wir nicht 5500 Jahre zurück zu gehen, bis hin zum 'Paratisooistischen Reich der Nyx', sondern es reicht in diesem Fall, wenn wir einige Jahrhunderte in der Zeit zurückgehen, hin, zu einer Zeit, wo die katholische Kirche und die evangelische Kirche Amok liefen...


Im elften Jahrhundert breiteten sich in ganz Südeuropa, später auch in Mitteleuropa Bewegungen aus, die sich von einer verweltlichten Kirche abwandten und ein inneres Christentum anstrebten.


Die Katharer, die sich auch „Die Reinen“ nannten, lehnten die Romkirche mit ihren Dogmen, Sakramenten und Reichtümern ab, predigten stattdessen Gewaltlosigkeit, Vegetarismus, Wiederverkörperung und Weltverneinung.

Von der Bezeichnung „Katharer“ leitet sich auch der Begriff „Ketzer“ ab, der später immer wieder auftauchen wird.


Gleichzeitig erstand in Frankreich die mächtige Bewegung der Waldenser, die ein an der Bibel orientiertes, einfaches Christentum anstrebten.


Der Kirche gelang es absolut nicht, diese Bewegungen mit den üblichen Mitteln, die da Verleumdung, Verächtlichmachung, Angstmache und Vereinnahmung waren, zum Stillstand zu bringen.


Diese Bewegungen gewannen infolge von immer mehr Zulauf an Gewicht und genossen schließlich auch noch den Schutz zahlreicher Fürsten.


Resultat:
Die Romkirche zog nun andere Register.


1184 verlangte die Synode von Verona von allen Bischöfen, in ihren Diözesen nach Ketzern zu fahnden.

1215 wurde auf dem 4. Laterankonzil allen weltlichen Herrschern die Pflicht auferlegt, Ketzer in ihrem Herrschaftsbereich zu bestrafen. Taten sie es nicht, so gerieten sie ausnahmslos selbst in den Kirchenbann.


Von 1209 bis 1229 hetzte der Papst die "Christenheit" gegen die Katharer und ihre Beschützer in den ersten Ketzerkreuzzug. Nach dem blutigen Sieg loderten die Scheiterhaufen - und es kam die "Nacharbeit": 1229 wurden auf der Synode von Toulouse alle Bischöfe aufgefordert, mehrere Laien mit der Ketzerjagd zu beauftragen. Jedes Haus, das einen Ketzer beherbergt hatte, sollte niedergerissen, der Gastgeber enteignet und bestraft werden.


Alle Christen mussten eifrige Ketzerverfolgung geloben und den Eid alle zwei Jahre erneuern.


Auf derselben Synode wurde übrigens auch allen Laien verboten, die Bibel zu besitzen!


Nun ging es Schlag auf Schlag.

Papst Gregor IX. ernannte 1230 die ersten hauptamtlichen Inquisitoren. 1233 berief er das erste Inquisitionstribunal ein, zur Bekämpfung der Katharer. 1252 fasste sein Nachfolger Innozenz IV. die Verfahrensregeln in seiner Bulle "ad Exstierpanda" (zur Ausrottung) zusammen und stellte andersgläubige Christen auf eine Stufe mit Dieben und Räubern.

Alle "überführten" Häretiker waren verpflichtet, ihre Gesinnungsgenossen preiszugeben.

Aber, ob sie dies taten oder nicht, hatte für das Urteil, das sie erwartete, keine Bedeutung, denn „überführte Häretiker waren ausnahmslos innerhalb von fünf Tagen hinzurichten.

Binnen weniger Jahrzehnte überzog der "Heilige Stuhl" die gesamte Christenheit mit einem lückenlosen Netz von Denunziation und Gesinnungsterror - und das bis weit ins 18., in Spanien sogar bis ins 19. Jahrhundert hinein.


Vom Erscheinen des Inquisitors in einer Stadt oder Gemeinde bis zur feierlichen Verbrennung der Opfer war alles auf Einschüchterung und Machtdemonstration hin angelegt.

Der Inquisitor rief zunächst alle in der Kirche zusammen und erklärte ihnen die Merkmale der Ketzerei. Sodann forderte er die Gläubigen auf, binnen weniger Tage alle bei ihm anzuzeigen, die in Verdacht stünden, Ketzer zu sein. Wer etwas Verdächtiges über seinen Nachbarn verschwieg, geriet selber in die Mühlen des Verfahrens.


Viele denunzierten andere allein aus der Angst heraus, sonst selbst angezeigt zu werden. Auch hatten die Menschen fürchterliche Angst, wegen geringfügiger Nachlässigkeiten wie Fluchen oder schlechter Gedanken, selbst verfolgt zu werden.


Der Beginn einer Massengehirnwäsche begann zu greifen.

 

Einzelne Aspekte dieses ausgeklügelten Verfahrens werden übrigens in abgewandelter Form sogar noch heute -gegenwärtig- praktiziert. Nur dass heute an Stelle des Mordes an Andersgläubigen der Rufmord durch hauptamtliche Kirchenvertreter getreten ist, die als so genannte "Sektenbeauftragte" in Bezeichnung stehen.


Wer einmal angezeigt wurde, hatte keine Chance, ohne Strafe davonzukommen. Unschuldige gab es nicht, dafür sorgte schon die Folter.


Wer sofort seinen "Irrglauben" zugab und "bereute", konnte anfänglich um die Todesstrafe noch herumkommen. Er wurde dann "nur" längere Zeit eingesperrt, was aber durchaus zwanzig oder dreißig Jahre sein konnte.

Auch musste dieser Mensch auf seiner Kleidung stets und immer ein einwandfrei sichtbares Kreuz tragen oder sich mehrmals jährlich vom Priester in der Kirche öffentlich geißeln lassen.

Oder aber auch alles zusammen.


Doch damit war es nicht getan. Egal, ob sie sterben mussten oder nicht - die Angeklagten wurden unter der Folter gezwungen, weitere "Gesinnungsgenossen" preiszugeben, welche dann ebenfalls in das Martyrium hineingerieten.


Die Zahl, der durch die Inquisition Ermordeten, ist heute schwer zu ermitteln. Experten-Schätzungen schwanken zwischen einer und neun Millionen Menschen.

Aber, auch wenn es "nur" eine Million Menschen gewesen sein sollten, muss man in etwa mit der zehnfachen Zahl an Menschen rechnen, die mit "geringeren" Strafen die Verliese der Inquisition irgendwann wieder verließen. Menschen, die für den Rest ihres Lebens gebrandmarkt und gebrochen waren. Menschen, die all ihrer Rechte beraubt waren - und immer wieder gedemütigt, mißbraucht und auch vergewaltigt wurden.


Darüber hinaus dienten diese Menschen gegenüber anderen Menschen auch noch als lebende Beispiele, dass jedwede Abweichung gnadenlos aufgedeckt und verfolgt werden würde.


Somit war das eigentliche Hauptziel die systematische und flächendeckende Einschüchterung und Erstickung abweichenden Gedankengutes. Und erst als Zweitrangig wurde die eigentliche Auslöschung der "unverbesserlichen Ketzer“ eingestuft.


Am schlimmsten wütete die Inquisition in Spanien.

Dort dauerten die „Feierlichen Akte des Glaubens“ meist von den frühen Morgenstunden bis in die Nacht hinein, mit mehreren Messen. Und wer da denkt, dass dazwischen irgendwelche Pausen gemacht wurden der irrt.


Die Scheiterhaufen wurden mit Weihwasser besprengt. Wer fleißig Holz dafür heranschleppte, erhielt Sündenablässe. Eine großzügige Geste der damaligen Zeit.


Den Todgeweihten wurden schon während der Folter immer wieder in kurzen Abständen Kruzifixe vor Augen gehalten, um ihnen zumeist mit immer gleichen Wortlaut zu zeigen und zu verdeutlichen: „In Seinem Namen müssen wir deine Seele erlösen, indem wir deinen Körper vernichten“ - - „In Seinem Namen müssen wir deine Seele erlösen, indem wir deinen Körper vernichten“...


Kann man sich eigentlich noch eine größere Verhöhnung des Gekreuzigten vorstellen?


Geständige Ketzer wurden vor dem Verbrennen gnadenhalber noch schnell erwürgt. Und die versammelten Katholiken sangen das Lied „Großer Gott, wir loben dich...“, während der Häretiker, je nach Windrichtung, langsam erstickte - oder langsam bei lebendigem Leibe verbrannte.

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: 0237a

Die Verbrennung von Ketzern machte die katholische Kirche zum öffentlichen Spektakel

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: 0238

Verbrecherische Hinrichtungen der katholischen Kirche waren an der Tagesordnung

 

Allein der Großinquisitor Torquemada schickte in Spanien persönlich über 10 200 Menschen auf die Scheiterhaufen und über 97 300 auf die Galeeren.


Eigentlich muss die Inquisition als Vorläuferin von Gestapo, KGB und Stasi verglichen werden. Nur mit dem Unterschied, dass in einem wesentlichen Punkt die katholische Variante des Gesinnungsterrors bis heute unübertroffen blieb, denn weder Hitler noch Stalin wagten es jemals, selbst noch die Hinrichtungen von Regime-Gegnern zum öffentlichen Schauspiel zu machen, das sowohl die Henker wie auch die Zuschauer als gottgewollt anzusehen hatten.


Dennoch muss man sich an dieser Stelle einmal die Frage stellen, wie sich die Inquisition so lange halten konnte? Denn sie wurde ja nicht in allen Ländern gleich intensiv durchgeführt. Oftmals kam, wie könnte es anders sein, das Geld ins Spiel.

Das Vermögen der Denunzierten wurde nämlich grundsätzlich beschlagnahmt und zwischen Kirche und Staat aufgeteilt. Dabei scherte sich weder die Kirche noch der Staat darum, dass Frauen und Kinder zumeist anschließend mittellos auf der Straße standen. Es wagte sich auch kaum jemand, diesen Frauen und Kindern zu helfen, um nicht selbst in Verdacht zu geraten.


Inquisitionsbeamte erstellten akribische Inventarlisten des gesamten ketzerischen Haushaltes, damit ihnen ja nur nichts entging.


Und auch
DAS gab es in der Zeit der Inquisition: wurde ein schon Verstorbener angezeigt und in Nachhinein verurteilt (denn das war möglich, sogar oft noch Jahrzehnte nach seinem Tod), dann wurde sein Erbe ebenfalls eingezogen.

Man braucht also nicht allzu viel Fantasie, um sich vorstellen zu können, dass genau diese ausgeklügelte Praxis die unbegrenzte Möglichkeit eröffnete, jeden unliebsamen Nachbarn aus dem Wege räumen zu lassen. Man musste ihn nur bei der Inquisition anzeigen, - oder aber einen seiner Vorfahren!


Ohne den Anreiz des Geldes hätte die Inquisition wohl in den meisten Ländern eher ein Ende gefunden.

 

 

Hexen

Der Glaube an Zauberer läßt sich bereits in den alten Hochkulturen nachweisen, jedoch die juristische Verwendung „Hexe“ wird erst Anfang des 15. Jahrhunderts eingeführt.

Magische Praktiken wurden sorgfältig beobachtet und oft als schwarze Magie gefürchtet. Sowohl in Babylonien als auch in Ägypten wurden Zauberer bestraft.

Nach dem Zwölftafelgesetz der Römer wurde negativer Zauber mit dem Tod bestraft. Allerdings kam es niemals zu einer gezielten Verfolgung von vermeintlichen Hexen, wie sie später in der Frühen Neuzeit vorkamen.


Die Bibel, vor allem das Alte Testament, verbietet Zauberei: "Ihr sollt nicht Wahrsagerei noch Zauberei treiben" (3. Mose 19,26; 5. Mose 10,10). Außerdem fordert die Bibel unmißverständlich zur Verfolgung von Zauberern auf: „Den Zauberer sollst du nicht leben lassen.“ (2. Mose 22,17).


Diese Formulierung wurde im übrigens später von Martin Luther, grammatikalisch korrekt, mit der weiblichen Form "Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen" übersetzt.


Obwohl König Saul die Vertreibung von Totenbeschwörern und Wahrsagern angeordnet hat, suchte er selbst dennoch Rat bei der „Hexe von Endor“.


Erste Verurteilungen von Hexen gibt es im 13. Jahrhundert
mit dem Aufkommen der Inquisition, die jedoch ihr Hauptaugenmerk noch nicht auf Hexen, sondern eher auf Glaubensabweichler (Häretiker) richtete.

Die staatliche spanische Inquisition lehnte sogar ausdrücklich Hexenverfolgung ab.

Hexerei war für die Kirche kein derart bedrohendes Vergehen wie die Häresie. Dies wird deutlich in der Anweisung Papsts Alexander IV. vom 20. Januar 1260 an die Inquisitoren: „Hexen seien nicht aktiv zu verfolgen, sondern auf Anzeigen hin festzunehmen. Prozesse gegen Hexen sollten bei Zeitmangel zurückgestellt werden, die Bekämpfung von Häresien habe Vorrang.“


Später verurteilte die Inquisition sogar zeitweise die Hexenprozesse.


Die eigentliche europäische Hexenverfolgung fand in der Frühen Neuzeit vor allem in Mitteleuropa aufgrund von Anklagen gegenüber vermeintlichen Anhängern der so genannten Hexenlehre statt.

Bei der europäischen Hexenverfolgung von 1450-1750, die nebenbei bemerkt ihren Höhepunkt 1550-1650 hatte, handelte es sich nur zum Teil um eine kirchliche Aktion gegen „Ketzer“. In erster Linie handelte es sich um ein europäisches Hysterie-Phänomen bezüglich der Zauberei und der Hexerei, welches juristisch zur Straftat der Zauberei umgesetzt wurde und zu vielen Verdächtigungen, Denunziationen, öffentlichen Massenprozessen und Hinrichtungen führte.

Die tatsächliche Verfolgung geschah, im Gegensatz zur Inquisition, durch weltliche Gerichte und in sehr vielen Fällen aufgrund von Denunziationen aus der Bevölkerung.

Besonders während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wütete die Hexenverfolgung in Mitteleuropa.

Der Krieg und die so genannte kleine Eiszeit, die allmählich ihrem Höhepunkt entgegenstrebte, hatten die Felder verwüstet, die Häuser zerstört und die Bevölkerung dezimiert.

Hunger und Seuchen forderten ihre Todesopfer.


Gerade in dieser kriegerischen Zeit verdächtigten viele Leute andere Leute als „angebliche Hexen“ und lieferten sie an die weltlichen Gerichte aus. Spätere Verfolgungswellen im 17. Jahrhundert gingen sogar fast ausschließlich auf Beschuldigungen durch Kinder zurück, was u.a. auch zu den Hexenprozessen von Salem führte.


Neuere Forschungen belegen, dass häufig ältere Frauen und sozial Benachteiligte der Hexerei verdächtigt wurden. Dabei genügten häufig Gerüchte oder Denunziationen, um eine juristische Maschinerie in Bewegung zu setzen,
die Menschen durch Folter zu falschen Geständnissen bewegte.


Von Seiten beider Kirchen gab es vereinzelt durch Johannes Brenz, Johann Matthäus Meyfart, Anton Praetorius und Friedrich von Spee auch Kritik an der Hexenverfolgung.


Auch Martin Luther war wie Johannes Calvin überzeugt von der Möglichkeit des Teufelspaktes, der Teufelsbuhlschaft und des Schadenszaubers und befürwortete die gerichtliche Verfolgung von Zauberern und Hexen.


Allerdings ist Luther kein eifernder Hexenjäger gewesen.


Jedoch die Aussage des Alten Testaments befürwortete er absolut, worin es lautet: „Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen“ (2. Mose 22,17). Dies hatte für ihn uneingeschränkte Gültigkeit. Dies wird in einer Hexenpredigt deutlich, die Luther am 6. Mai 1526 zu diesem Thema hielt:

„Es ist ein überaus gerechtes Gesetz, dass die Zauberinnen getötet werden, denn sie richten viel Schaden an, was bisweilen ignoriert wird, sie können nämlich Milch, Butter und alles aus einem Haus stehlen… Sie können ein Kind verzaubern… Auch können sie geheimnisvolle Krankheiten im menschlichen Knie erzeugen, dass der Körper verzehrt wird… Schaden fügen sie auch an Körpern und Seelen zu, in dem sie Tränke und Beschwörungen verabreichen... Die Zauberinnen sollen getötet werden, weil sie Diebe sind, Ehebrecher, Räuber und Mörder… Sie schaden mannigfaltig. Also sollen sie getötet werden, nicht allein weil sie schaden, sondern auch, weil sie Umgang mit dem Satan haben...!“

 
Genau wie Luther befürwortete Johannes Calvin die Verfolgung und Hinrichtung von Hexen. Unter Berufung auf die Bibelstelle Exodus 22,17 - "Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen." - erklärte Calvin,
Gott selbst habe die Todesstrafe für Hexen festgesetzt.

In Predigten tadelte er darum jene, welche die Verbrennung der Hexen ablehnten, und wollte sie als Verächter des göttlichen Wortes aus der Gesellschaft ausstoßen.

Calvin glaubte, dass Männer und Frauen in Genf drei Jahre lang durch Zauberkünste die Pest ausgebreitet hätten und hielt alle ihnen durch die Folter abgepreßten Selbstanschuldigungen für wahr, nachträglichen Widerruf jedoch für unwahr.


Und so wurden 1545 innerhalb weniger Monate 34 angebliche Hexen auf dem Scheiterhaufen lebendig verbrannt.


Bis zum heutigen Tage sind die Kirchen vom Gedankengut her der Ansicht, dass all ihre Verbrechen gerechtfertigt sind, denn immerhin haben all diese Verbrecher das schlimmste Verbrechen überhaupt begangen: sie haben Gott durch Schwöre und Fluche gelästert. Darum hat Gott auch befohlen, sie mit dem Tode zu bestrafen...

 

 

Gegenwart

Nicht die Kirche hat letztlich die Inquisition beendet. Nein, es war allein die Aufklärung, die ihr endlich Einhalt gebot.

Heute denkt die katholische Kirche darüber nach, nicht nur Galilei, sondern auch zum Beispiel Jan Hus (verbrannt 1418 auf dem Konzil zu Konstanz) oder Girolamo Savonarola (1498 in Florenz verbrannt) zu rehabilitieren.


Doch, was ist mit den Millionen von anderen Opfern?


Wäre es nicht nur gerecht, wenn die Kirche sich auch einmal diese Frage stellen würde...?


Wer rehabilitiert die Millionen von Opfern?


Wer entschuldigt sich bei diesen Millionen Seelen? Wer gibt ihren Nachfahren das geraubte Vermögen und den konfiszierten Grundbesitz zurück?

Und vor allem sollte sich die Kirche die Frage stellen, wann sie nun endlich einmal die Gesinnungsschnüffelei und Verketzerung Andersdenkender beenden will, die bis zum heutigen Tage noch immer an der Tagesordnung sind?


Auch müssen sich beide Kirchen die Frage gefallen lassen, warum sie nach wie vor die Mitgliedschaft der Säuglingstaufe beibehalten, denn diese Kirchen müssen doch wissen, dass sie mit jeder einzelnen Säuglingstaufe
gegen das Menschenrecht verstoßen, sich frei für einen Glauben entscheiden zu können.

Auf die Bibel können sich die Verantwortlichen bei dieser modernen Art der „Zwangs-Christianisierung“ jedenfalls nicht berufen, denn dort heißt es: Erst lehret – und dann taufet.


Aber, auch der Staat muss sich die Frage gefallen lassen,
wie er es bis zum heutigen Tage mit seinem Gewissen vereinbaren kann, für solche menschenverachtenden Institutionen Steuern einzutreiben, die mit so vielen grausamen Verbrechen, willkürlichen Morden und willkürlichen Hinrichtungen  behaftet sind - wie die Kirchen.

Oder hat der Staat es lediglich grobfahrlässig unterlassen (oder vielleicht sogar absichtlich), die Vergangenheit und das verbrecherische Verhalten der Kirchen bei der Abfassung des Grundgesetzes zu berücksichtigen...?

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn Sie uns schreiben möchten

oder eine Frage haben:

 

photokina-team@t-online.de

 

 

 

Ein Bild, das drinnen, Person, sitzend, Wand enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

 

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: 0106     Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: 0105